MetalBizz

Oberflächenbehandlung

Umfassende Oberflächenbehandlungsverfahren für jede Anwendung

Mechanische Bearbeitung

Physikalische Verfahren zur Veränderung der Oberflächenmorphologie durch mechanische Kraft — Reinigung, Veredelung und Verfestigung ohne Veränderung der chemischen Zusammensetzung.

Oberflächenreinigung & Vorbereitung(4)

Kugelstrahlen

Hochgeschwindigkeits-Kugelstrahlmittel (Stahl-/Glas-/Keramikkugeln), beschleunigt durch Schleuderrad oder Druckluft. Entfernt Rost, Zunder und Verunreinigungen und erzeugt gleichzeitig Druckeigenspannungen zur Erhöhung der Ermüdungsbeständigkeit.

Beschichtungsvorbereitung, Gussreinigung, Entzunderung, Verbesserung der Ermüdungslebensdauer

Sandstrahlen

Kantige Strahlmittel (Quarz, Korund, Siliziumkarbid) werden mit hoher Geschwindigkeit gestrahlt. Stärkere Schneidwirkung als Kugelstrahlen — erzeugt eine kontrollierte Oberflächenrauheit (Haftprofil) für die Beschichtungshaftung.

Starke Entrostung, Beschichtungsvorbereitung, matte/satinierte Dekoroberfläche, Gussreinigung

Gleitschleifen / Entgraten

Gleitschleifen mittels vibrierender oder rotierender Schleifkörper zum Entgraten, Kantenverrunden und Polieren von Oberflächen in großen Stückzahlen.

Präzisionsdrehteile, Zahnräder, Verbindungselemente, Hydraulikventilkolben

Ultraschallreinigung

Hochfrequente Schallwellen (20–400 kHz) erzeugen Kavitationsblasen, die implodieren und Verunreinigungen aus Mikroporen, Sacklöchern und Spalten lösen, die durch mechanisches Bürsten nicht erreichbar sind.

Halbleiterwafer, Medizinprodukte, Präzisionslager, Vorbehandlung vor der Galvanisierung

Oberflächenveredelung & Texturierung(7)

Mechanisches Polieren

Fortschreitender Abtrag mit immer feineren Körnungen (<1 μm) mittels Polierscheiben und Polierpasten (Tonerde, Diamant) zur Erzielung einer Spiegeloberfläche (Ra <0,01 μm).

Edelstahlarmaturen, medizinische Instrumente, Uhrengehäuse, Aluminiumfelgen

Elektropolieren

Anodische Auflösung im Elektrolyten (Phosphor-/Schwefelsäure). Mikroskopische Spitzen lösen sich schneller auf als Täler — erzeugt eine spannungsfreie, perfekt glatte Spiegeloberfläche ohne mechanische Schleifspuren.

Pharmazeutische Anlagen, lebensmitteltaugliche Rohrleitungen, Halbleiterkomponenten, chirurgische Instrumente

Chemisches Polieren

Tauchbehandlung in chemischer Lösung (Salpeter-/Flusssäure für Edelstahl; Phosphor-/Salpetersäure für Aluminium), die bevorzugt Oberflächenspitzen auflöst. Einfacher als Elektropolieren, jedoch mit geringerem Glanzgrad — ideal für Kleinserienteile.

Kleine Dekorteile, Schrauben, komplexe Innengeometrien, Aluminiumzierleisten

Bürsten (Schliff)

Gerichteter Abtrag mittels Schleifbändern, Vlieswalzen oder Drahtbürsten zur Erzeugung einer durchgehend parallelen (Strichschliff) oder ungerichteten (Non-Directional) feinen Linientextur. Verdeckt Fingerabdrücke und leichte Kratzer.

Aufzugpaneele, Handygehäuse, Haushaltsgerätefronten, Architekturpaneele, Küchenartikel

Prägen

Druckwalzen mit gemusterten Walzen oder Prägewalzen (kalt oder warm) zur Erzeugung erhabener/vertiefter Texturen — Lederstruktur, geometrisch, Warzenblech, Markenlogos.

Aluminium-Dekorplatten, rutschfeste Trittbleche, Verpackungsfolie, Automobil-Innenverkleidungen

Schleifen (Grobschliff)

Grobe Schleifscheiben, -bänder oder -teller tragen erhebliches Material ab, um Gussfehler, Schweißspritzer, starken Zunder und raue Oberflächen zu beseitigen. Vorbereitungsschritt vor dem Feinpolieren.

Gussanschnittentfernung, Schweißnahtreinigung, Oberflächennivellierung, Vorbereitung vor dem Polieren

Kratzbürsten

Rotierende Drahtbürsten (Stahl, Messing, Nylon) erzeugen eine weichere, weniger gerichtete Textur als der Strichschliff. Verwendung zur Reinigung, Entgratung und Erzeugung von satinierten/matten Dekoroberflächen.

Dekorative matte Beschläge, Werkzeugreinigung, Oxidentfernung, Oberflächenaktivierung vor der Beschichtung

Oberflächenverfestigung(3)

Rollenpolieren

Gehärtete Rollen üben Druck aus, um Oberflächenspitzen plastisch in Täler zu verformen — verbessert gleichzeitig die Rauheit (Ra <0,1 μm), Härte (+20–50 %) und induziert Druckeigenspannungen für erhöhte Ermüdungsbeständigkeit.

Wellen, Lagerzapfen, Hydraulikstangen, Kurbelwellen, Zylinderbohrungen

Laser-Schockverfestigung

GW-Klasse Nanosekunden-Laserpulse erzeugen GPa-starke Stoßwellen durch Plasmaexpansion (mit ablativen/begrenzenden Schichten). Erzeugt eine Druckeigenspannungsschicht von 1–2 mm Tiefe (4–10× konventionelles Kugelstrahlen) bei vernachlässigbarer Oberflächenaufrauung.

Flugzeugtriebwerksschaufeln, Turbinenscheiben, Fahrwerke, Kernreaktorkomponenten, orthopädische Implantate

Kugelstrahlen (Verfestigen)

Präzise gesteuerter Beschuss mit kugelförmigen Strahlmitteln bei 100–200 % Überdeckungsgrad. Erzeugt eine gleichmäßige Druckeigenspannungsschicht (0,1–0,5 mm tief), die die Entstehung und Ausbreitung von Ermüdungsrissen hemmt. Anders als Reinigungsstrahlen — Parameter werden streng kontrolliert.

Automobilzahnräder, Blattfedern, Pleuelstangen, Turbinenschaufeln, Hubschrauberrotoren
Oberflächenmodifikation

Thermische, chemische oder physikalische Verfahren zur Veränderung von Oberflächenzusammensetzung, Mikrostruktur oder Phase — erzeugt gehärtete, verschleißfeste Randschichten bei zähem Kern.

Randschichthärten(4)

Induktionshärten

Elektromagnetische Induktion (Mittel-/Hochfrequenz) erhitzt die Oberfläche schnell durch Wirbelströme (Skin-Effekt), gefolgt von sofortigem Abschrecken. Erzeugt eine martensitische Randschicht — schnell (Sekunden), präzise, minimaler Verzug, energieeffizient.

Zahnräder, Wellen, Nockenwellen, Lagerflächen, Führungsbahnen, Kurbelwellenzapfen

Flammhärten

Acetylen-Sauerstoff-/Propanflamme erhitzt die Oberfläche auf Austenitisierungstemperatur, dann Wasser-/Ölabschreckung. Einfache Ausrüstung, geeignet für große/unregelmäßige Werkstücke und Kleinserien. Weniger gleichmäßig als Induktion.

Großzahnräder, Kranräder, Schienen, große Formen, Schiffswellen

Laserhärten

Fokussierter Laserstrahl scannt die Oberfläche — schnelle Erwärmung (ms), gefolgt von Selbstabschreckung durch Wärmeableitung ins Substrat. Präzise Mustersteuerung, nahezu kein Verzug, kein Abschreckmedium erforderlich. Ultrafeiner Martensit mit 10–30 % höherer Härte als konventionelles Härten.

Werkzeugschneiden, Formhohlräume, Nockenerhebungen, Präzisionsverschleißflächen, Zahnradflanken

Elektronenstrahlhärten

Hochgeschwindigkeitselektronen bombardieren die Oberfläche im Vakuum — kinetische Energie wandelt sich in Wärme für sofortiges Oberflächenabschrecken (Selbstkühlung). 80–90 % Energieeffizienz, tiefere Einhärtung möglich (1–2 mm), keine Oxidation.

Präzisionszahnräder, Lagerringe, Ventilkomponenten, Luftfahrtteile

Thermochemische Diffusion(5)

Aufkohlen

Kohlenstoffarmer Stahl (<0,25 % C) wird bei 900–950 °C in kohlenstoffreicher Atmosphäre (Gas/Flüssigkeit/Feststoff) geglüht. Kohlenstoff diffundiert in die Oberfläche auf 0,8–1,2 % C. Abschrecken + Anlassen erzeugt eine harte martensitische Randschicht (HRC 58–63) mit zähem, kohlenstoffarmen Kern.

Automobilzahnräder, Getriebewellen, Lagerringe, Kolbenbolzen, Nockenwellen

Nitrieren

Stickstoff diffundiert bei relativ niedriger Temperatur (500–580 °C, unterhalb des Umwandlungspunkts) in Ammoniakgas oder Plasma in die Stahloberfläche. Bildet extrem harte Nitride (HV 800–1200). Kein Abschrecken erforderlich — minimaler Verzug. Erfordert legierte Stähle (Al, Cr, Mo).

Präzisionsgewindespindeln, Extruderschnecken, Spritzgussformen, Zylinderlaufbuchsen, Luftfahrtzahnräder

Carbonitrieren

Kohlenstoff und Stickstoff diffundieren gemeinsam bei 780–880 °C. Schneller als Aufkohlen, erzeugt eine flachere, aber härtere Randschicht (HV 700–900). Gute Verschleiß- und Fressbeständigkeit.

Leichtlastzahnräder, Verbindungselemente, kleine Wellen, Pulvermetallurgie-Teile

Borieren

Bor diffundiert bei 800–1000 °C in Stahl und bildet eine FeB/Fe₂B-Verbindungsschicht mit extremer Härte (HV 1200–2000). Überragende Abrasionsbeständigkeit — übertrifft Aufkohlen und Nitrieren bei Gleitverschleiß. Einphasiges Fe₂B bevorzugt, um Sprödigkeit zu vermeiden.

Spülpumpenteile, Extruderschnecken, Sandstrahldüsen, Ölbohrwerkzeuge, Ventilkomponenten

Diffusionsmetallisieren

Alitieren (Al-Diffusion): bildet Fe-Al-Intermetallphase für Hochtemperatur-Oxidationsbeständigkeit (900–1000 °C). Inchromieren (Cr-Diffusion): Cr-reiche Oberfläche für Korrosions- und Erosionsbeständigkeit. Silizieren (Si-Diffusion): Säurekorrosionsbeständigkeit.

Wärmebehandlungsgestelle, Kesselrohre, Gasturbinenschaufeln (Alitieren); Ventile, Pumpenteile (Inchromieren); Chemieausrüstung (Silizieren)

Oberflächenlegieren(3)

Laserauftragschweißen

Hochleistungslaser schmilzt gleichzeitig Beschichtungspulver (oder vorgelegte Schicht) und eine dünne Substratschicht — schnelle Erstarrung erzeugt eine metallurgisch gebundene, niedrigvermischte (~5 %) legierte Oberfläche mit überlegenen Eigenschaften.

Luftfahrtschaufeln, Formeninstandsetzung, hochwertige Wellenreparatur, verschleißfeste Oberflächen

Ionenimplantation

Hochenergetische Ionen (N, Cr, B usw.) werden im Vakuum beschleunigt und in die Oberfläche eingebettet. Präzise Zusammensetzungs- und Tiefensteuerung im Nanometerbereich. Keine Maßänderung, kein Delaminationsrisiko. Verbessert Härte, Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit.

Präzisionslager, künstliche Gelenke, Schneidwerkzeuge, Halbleiterdotierung

TD-Beschichtung

Stahl wird in eine Boraxschmelze mit karbidbildenden Elementen (V, Nb, Cr) bei 850–1050 °C getaucht. Bildet eine ultraharte Karbidschicht (VC, NbC — HV 2500–3500), die metallurgisch mit dem Substrat verbunden ist.

Kaltfließpresswerkzeuge, Stanzstempel, Pulverpresswerkzeuge, Drahtziehmatrizen

Sonstige Modifikation(1)

QPQ-Verfahren

Salzbad-Nitrocarburieren + mechanisches Polieren + Reoxidation. Erzeugt eine harte, schwarze, ästhetisch ansprechende Oberfläche mit ausgezeichneter Korrosionsbeständigkeit (Salzsprühnebel >200 h). Minimaler Verzug. Umweltfreundlicher als herkömmliche Salzbäder.

Feuerwaffen, Hydraulikstangen, Automobil-Türscharniere, Werkzeuge, Textilmaschinenteile
Chemische Konversionsschicht

Chemische oder elektrochemische Reaktionen wandeln die Metalloberfläche in eine unlösliche, fest haftende Verbindungsschicht (Oxid, Chromat, Phosphat) um — für Korrosionsschutz, Lackhaftung oder Dekoration.

Eloxieren(4)

Eloxieren (Schwefel-/Oxal-/Chromsäure)

Elektrolytische Oxidation lässt eine poröse hexagonale Al₂O₃-Schicht (5–25 μm) aus dem Aluminiumsubstrat im Säureelektrolyten wachsen. Die poröse Struktur nimmt Farbstoffe und Versiegelungen auf. Schwefelsäuretyp ist am gebräuchlichsten — gutes Verhältnis von Schutz und Kosten.

Handygehäuse, Laptoptragkörper, Architekturaluminium, Kochgeschirr, Automobilzierleisten

Harteloxieren (Typ III)

Anodisierung bei niedriger Temperatur (~0 °C) und hoher Stromdichte erzeugt eine dicke (25–150 μm), dichte, harte Oxidschicht (HV 400–600). Natürlich dunkelgraue/schwarze Farbe. Außergewöhnliche Verschleiß- und Abriebbeständigkeit.

Aluminiumzylinder, Kolben, Drohnenkomponenten, Kochgeschirr, Gleitverschleißschienen

Mikro-Lichtbogenoxidation

Hochspannungs-Plasmaentladung im Elektrolyten erzeugt eine keramikähnliche Oxidschicht auf Leichtmetallen (Al, Mg, Ti). Extreme Härte (HV 800–2000), überragende Verschleiß- und Wärmedämmeigenschaften. Dicker und härter als konventionelles Anodisieren.

Luftfahrtkomponenten, biomedizinische Implantate, Hochleistungsmotorenteile, Textilmaschinen

Farbeloxieren

Anodisierte poröse Schicht wird vor der hydrothermalen Versiegelung mit organischen oder anorganischen Pigmenten gefärbt. UV-beständige Optionen für den Außeneinsatz verfügbar. Breite Farbpalette von Gold, Rot, Blau bis Schwarz.

Unterhaltungselektronik, Sportartikel, Architekturprofile, Typenschilder, Geschenkartikel

Chemische Oxidation(3)

Brünieren

Heiße alkalische Lösung (~140 °C) aus NaOH + NaNO₂ + NaNO₃ wandelt die Stahloberfläche in schwarzes Fe₃O₄ (Magnetit) um. Minimale Maßänderung (<1 μm) — erhält scharfe Kanten und Passgenauigkeit. Leichter Rostschutz bei Ölung.

Präzisionswerkzeuge, Feuerwaffen, Federn, Verbindungselemente, Messgeräte, Instrumententeile

Chromatieren (Alodine)

Tauch- oder Streichauftrag von Chromat- (oder Cr-freier) Lösung auf Aluminium, die einen dünnen (0,5–3 μm) Schutzfilm bildet. Elektrisch leitfähig — geeignet für Elektronikerdung. Hervorragende Lackhaftgrundlage.

Flugzeug-Aluminiumteile, Elektronikgehäuse, Vorbehandlung vor der Lackierung, Korrosionsschutz

Phosphatieren

Tauchbehandlung in erhitzter Phosphatlösung (60–80 °C) scheidet eine kristalline Phosphat-Konversionsschicht ab. Zinkphosphat: beste Lackgrundlage. Manganphosphat: ölhaltend für Gleiteigenschaften. Eisenphosphat: wirtschaftliche Dünnschicht.

Karosserievorbehandlung (Zn), Kolbenringe und Zahnräder (Mn), Verbindungselemente und Gerätegehäuse (Fe)

Sonstige Konversion(2)

Passivieren

Edelstahl wird in oxidierende Säure (Salpeter-/Zitronensäure) getaucht, um freies Eisen und Oberflächenverunreinigungen zu entfernen und die natürliche Cr₂O₃-Passivschicht für maximale Korrosionsbeständigkeit zu verstärken. Entscheidend für Beständigkeit in Cl⁻-Umgebungen.

Lebensmittelverarbeitungsanlagen, chirurgische Instrumente, Edelstahlverbindungselemente für die Luftfahrt, Pharmatanks

Metallfärbung

Chemische Patinierung oder kontrollierte Oxidation zur Erzeugung farbiger Schichten — Kupfer wird mit Polysulfid schwarz/braun, Edelstahl erhält goldene/blaue/violette Interferenzoxidfilme in heißer Chrom-Schwefelsäure.

Architekturpaneele, Skulpturen, Medaillen, Uhrengehäuse, dekorative Küchenartikel
Galvanik & Beschichtung

Physikalische, chemische oder elektrochemische Abscheidung metallischer oder organischer Schichten auf das Substrat — für Korrosionsschutz, Dekoration, Verschleißfestigkeit oder funktionale Eigenschaften.

Galvanisieren(7)

Verzinken

Galvanisch abgeschiedene Zinkschicht (5–25 μm) bietet kathodischen Korrosionsschutz (Opferanode) für Stahl. Nachbehandlung mit blauer, gelber, schwarzer oder olivgrüner Chromatpassivierung für verbesserten Korrosionsschutz und Farboptionen.

Verbindungselemente, Stanzteile, Halterungen, elektrische Erdungsteile, Automobilbeschläge

Verkupfern

Kupferzwischenschicht bietet ausgezeichnete Deckkraft und Leitfähigkeit. Häufig als Grundlage für Nickel/Chrom in dekorativen Mehrschichtsystemen (Cu-Ni-Cr) verwendet. Auch für Durchkontaktierungen in Leiterplatten.

Leiterplatten, dekorative Galvanik-Zwischenschicht, EMI-Abschirmung, Kühlkörper

Vernickeln

Glänzende, korrosionsbeständige Schicht, die als Hauptschutzkomponente in dekorativen Cu-Ni-Cr-Systemen dient. Halbglanz- + Glanzdoppelnickel bietet überragende Korrosionsbeständigkeit.

Gebrauchsbeschläge, Automobilzierleisten, Sanitärarmaturen, Büromöbel

Verchromen

Dekorativchrom: dünne (0,2–0,5 μm) Glanzschicht über Nickel für brillante Spiegeloberfläche. Hartchrom: dicke (25–500 μm) Schicht direkt auf Stahl — HV 800–1000, niedriger Reibungskoeffizient (0,15), ausgezeichnete Verschleiß- und Korrosionsbeständigkeit.

Hydraulikstangen, Druckwalzen, Formhohlräume, Spritzgießschnecken, Automobilzierleisten

Verzinnen

Ungiftige, lötbare, korrosionsbeständige Beschichtung. Glänzende oder matte Ausführung. Weit verbreitet in lebensmittelberührenden und elektronischen Anwendungen.

Anschlüsse elektronischer Bauteile, Steckverbinder, Lebensmittelbehälter, Stromschienen

Legierungsgalvanik

Gemeinsame Abscheidung von zwei oder mehr Metallen — Messing (Cu-Zn), Bronze (Cu-Sn), Ni-Fe, Zn-Ni, Zn-Fe, Sn-Pb. Maßgeschneiderte Eigenschaften: höhere Korrosionsbeständigkeit (Zn-Ni), magnetische Eigenschaften (Ni-Fe) oder dekorative Farbe (Messing).

Automobil-Verbindungselemente im Motorraum (Zn-Ni), Dekorbeschläge (Messing), Magnetkomponenten (Ni-Fe)

Tampongalvanik

Tragbare Galvanisierung mit einer handgehaltenen, in Galvaniklösung getränkten Anode mit saugfähigem Material. Scheidet Metall nur auf dem Zielbereich ab — ideal für die Reparatur vor Ort ohne Demontage oder Abbeizen.

Wellenzapfenreparatur, Formhohlraumnacharbeitung, Stromschienen-Kontaktverbesserung, Flugzeugkomponenten-Instandsetzung

Stromloses Beschichten(2)

Chemisch Nickel

Autokatalytische Abscheidung einer Ni-P-Legierung (2–15 % P) ohne elektrischen Strom. Gleichmäßige Schichtdicke auf JEDER Geometrie, einschließlich tiefer Löcher und innerer Kanäle. Niedrig-P: hart und verschleißfest. Hoch-P (>10 %): überragende amorphe Korrosionsbarriere. Wärmebehandlung (400 °C) erhöht die Härte auf HV 900–1000.

Ölventil-Innenteile, optische Formen, Festplattenkomponenten, Pumpengehäuse, Chemieanlagen-Ausrüstung

Chemisch Kupfer

Autokatalytische Kupferabscheidung, hauptsächlich zur Metallisierung nichtleitender Oberflächen (Kunststoffe, Keramik) als Vorläuferschicht vor der Galvanisierung. Entscheidend für die Leiterplatten-Durchkontaktierung.

Leiterplatten-Lochwandmetallisierung, Kunststoff-EMI-Abschirmung, dekorative Kunststoffmetallisierung

Feuerverzinken(2)

Feuerverzinken

Stahl wird in geschmolzenes Zink (~450 °C) getaucht — es bilden sich Fe-Zn-intermetallische Schichten (metallurgische Bindung), bedeckt von Reinzink. Dicke Beschichtung (50–200 μm) mit jahrzehntelanger Außenbeständigkeit. Kathodischer Schutz an Kratzern.

Strommasten, Autobahnleitplanken, Lichtmasten, Stahlbaukonstruktionen, Gerüstbau, Schrauben (kontrolliertes Verfahren für hochfeste Güten)

Feueraluminieren

Stahl wird in geschmolzenes Al-Si-Bad (~700 °C) getaucht. Bildet eine Fe-Al-Intermetallschicht mit Al-Beschichtung. Hervorragende Hochtemperatur-Oxidationsbeständigkeit (bis 800 °C) und atmosphärische Korrosionsbeständigkeit.

Automobil-Abgassysteme, Ofenkomponenten, Wärmetauscherrohre, Backbleche

Lackieren & Pulver(3)

Spritzlackieren

Flüssiglack, zerstäubt durch Spritzpistole, härtet durch Lösungsmittelverdunstung oder chemische Vernetzung aus. Vielseitig — jede Farbe/Ausführung, geeignet für große Bauteile und kleine Serien. Umfangreiche Farbabstimmungsmöglichkeiten (RAL, Pantone).

Automobilkarosserien, Industriemaschinen, Baustahl, Landmaschinen

Pulverbeschichten

Elektrostatisch aufgeladenes Trockenpulver (Epoxid, Polyester, Hybrid) haftet am geerdeten Werkstück, dann Ofenhärtung (180–200 °C) — Pulver schmilzt und vernetzt zu einem zähen, gleichmäßigen Film. Keine VOC-Emissionen. Breite Farb- und Texturvielfalt.

Gerätegehäuse, Automobilteile, Möbel, Architekturpaneele, Maschinenverkleidungen

Tauchlackieren (KTL)

Eingetauchtes Werkstück in wasserbasiertem Lackbad mit Gleichstrom — geladene Lackpartikel scheiden sich gleichmäßig auf allen Oberflächen ab, einschließlich Nähten und Hohlräumen. Kathodischer Epoxidtyp (CED) bietet außergewöhnlichen Korrosionsschutz. Standardgrundierung der Automobilindustrie.

Karosseriegrundierung, Gerätegehäuse, komplexe Blechbaugruppen, Landmaschinen

Thermisches Spritzen(4)

Flammspritzen

Acetylen-Sauerstoff-Flamme schmilzt Draht- oder Pulverzusatzwerkstoff, Druckluft zerstäubt und beschleunigt geschmolzene Tröpfchen auf das Substrat. Einfachstes, tragbares Thermisches Spritzverfahren. Geringere Partikelgeschwindigkeit als HVOF oder Plasma.

Wellenreparatur, Korrosionsschutz (Zn/Al auf Stahlkonstruktionen), Lagerflächeninstandsetzung

Lichtbogenspritzen

Zwei gegensätzlich geladene abschmelzende Drähte werden in einen Lichtbogen geführt — geschmolzenes Metall wird durch Druckluft zerstäubt und auf das Substrat geschleudert. Hohe Abscheiderate, niedrigere Kosten. Häufig für Zink/Aluminium-Korrosionsschutz großer Bauwerke.

Brückenstahl-Korrosionsschutz, Tankbeschichtung, Maßwiederherstellung großer Bauteile

Plasmaspritzen

Gleichstrom-Lichtbogen erzeugt einen ultrahochtemperierten Plasmastrahl (bis 10.000 °C) im Brenner, der Keramik- oder Refraktärmetallpulver schmilzt. Überschall-Partikelgeschwindigkeit erzeugt dichte Schichten. Kann jedes Material spritzen, das ohne Zersetzung schmilzt.

Turbinenschaufel-Wärmedämmschichten (YSZ), Hydroxylapatit für medizinische Implantate, Raketendüsenbeschichtungen

HVOF

Brenngas + Sauerstoff verbrennen unter hohem Druck in einer wassergekühlten Kammer — Überschall-Gasstrahl (>Mach 2) beschleunigt Pulverpartikel mit extremer Geschwindigkeit. Erzeugt außergewöhnlich dichte, gut gebundene Karbid- (WC-Co, Cr₃C₂-NiCr) und Legierungsschichten mit Härte bis zu 72 HRC-Äquivalent.

Luftfahrt-Turbinenschaufel-Verschleißflächen, Druckwalzen, Hydraulikstangen, Kesselrohrschutz, Fahrwerke

Auftragschweißen(2)

Auftragschweißen

Lichtbogenschweißverfahren tragen verschleiß-/korrosionsbeständige Legierungsschichten (hoch-Cr-haltiges Gusseisen, Edelstahl, Ni/Co-Basis) auf Grundwerkstoff auf. Dicke Auftragungen (mm-Bereich) mit metallurgischer Bindung. Geringe Aufmischung mit Grundwerkstoff (10–30 %).

Walzen, Brecherhämmer, Ventilsitze, Baggerzähne, Bergbauausrüstung, Chemiebehälterauskleidungen

Laserauftragschweißen (Pulver)

Hochleistungslaser erzeugt ein Schmelzbad, während eine Pulverdüse gleichzeitig Legierungspulver zuführt — schnelle Erstarrung erzeugt eine dichte, aufmischungsarme (<5 %) Auftragsschicht. Minimaler Wärmeeintrag, nahezu kein Verzug. Präzise Reparaturfähigkeit.

Luftfahrt-Schaufelspitzenreparatur, Formen-/Werkzeuginstandsetzung, hochwertige Wellenzapfen, Ölbohrwerkzeug-Beschichtung

Sonstige Beschichtungen(1)

Mechanisches Plattieren

Metallpulver (Zn, Sn, Al) wird durch Trommeln mit Glaskugeln und chemischem Promotor bei Raumtemperatur auf Stahlteile kaltverschweißt. Keine Wasserstoffversprödung — ideal für hochfeste Verbindungselemente. Mattgraues Aussehen.

Hochfeste Schrauben (≥10.9er Güte), Federn, Unterlegscheiben, selbstschneidende Schrauben
Vakuumbeschichtung

Physikalische oder chemische Gasphasenabscheidung unter Vakuum erzeugt ultradünne (0,1–10 μm), hochreine, dichte Schichten mit außergewöhnlicher Haftung — für dekorative, tribologische, optische und Halbleiter-Anwendungen.

PVD(3)

PVD — Aufdampfen

Beschichtungsmaterial wird im Hochvakuum (10⁻²–10⁻⁴ Pa) bis zur Verdampfung erhitzt — Dampf kondensiert auf kühlerem Substrat. Heizverfahren: resistiv (niedrigschmelzende Metalle wie Al, Ag) oder Elektronenstrahl (hochschmelzende Materialien wie W, Mo, Oxide). Sichtlinienabscheidung.

Reflektierende Spiegelbeschichtungen, OLED-Elektroden, Lebensmittelverpackungs-Barrierefolie, Automobilreflektoren (aluminisiert)

PVD — Sputtern

Hochenergetische Ionen (Ar⁺) bombardieren Targetmaterial — Atome werden herausgeschlagen und auf dem Substrat abgeschieden. Magnetronsputtern (Industriestandard) nutzt Magnetfeld zur Steigerung der Ionisationseffizienz. Hervorragende Schichtgleichmäßigkeit und Zusammensetzungskontrolle bei niedrigeren Temperaturen.

Halbleitermetallisierung, Touchscreen-ITO-Beschichtung, Architektur-Low-E-Glas, Festplattenscheiben

PVD — Ionenplattieren

Verdampfte/gesputterte Atome werden teilweise ionisiert und zum negativ vorgespannten Substrat beschleunigt. Ionenbeschuss während der Abscheidung erzeugt dichte, extrem haftfeste Schichten mit ausgezeichneter Deckung. Multi-Arc-Ionenplattieren häufig verwendet für TiN-, CrN-, TiAlN-Dekor-/Hartbeschichtungen.

TiN-goldfarbene Uhrenbänder, Sanitärarmaturen, Handyrahmen, Bohrspitzen-Beschichtung, Formenschutz

CVD(2)

Thermisches CVD

Gasförmige Ausgangsstoffe (TiCl₄, CH₄, NH₃ usw.) reagieren bei hoher Temperatur (600–1200 °C) auf dem beheizten Substrat — Festfilm scheidet sich ab, gasförmige Nebenprodukte werden abgepumpt. Erzeugt dichte, konforme Schichten mit ausgezeichneter Deckung auf komplexen Formen. Dickere Schichten (5–20 μm) als PVD.

Hartmetall-Schneidwerkzeugbeschichtungen (TiC/TiN/Al₂O₃-Mehrlagen), Drahtziehmatrizen, Graphittiegelschutz

PECVD

Plasma (HF/Mikrowelle) energetisiert CVD-Reaktionen — ermöglicht Abscheidung bei wesentlich niedrigeren Temperaturen (Raumtemp.–400 °C) als thermische CVD. Weit verbreitet für dielektrische Schichten in der Halbleiterfertigung und DLC-Beschichtungen.

Halbleiterpassivierung (SiNₓ, SiO₂), Solarzellen-Antireflexbeschichtung, Feuchtigkeitsbarrierefolien, DLC-Beschichtungen

Spezielle PVD/CVD(1)

DLC (Diamantähnlicher Kohlenstoff)

Amorphe Kohlenstoffschicht mit gemischten sp²/sp³-Bindungen — diamantähnliche Härte (HV 2000–4000) mit graphitähnlicher niedriger Reibung (Reibungskoeffizient <0,1). Aufgebracht durch PECVD oder gefilterten Kathodenbogen. Hervorragend für ungeschmierte Gleit- und Verschleißanwendungen.

Ölfreie Lager, Kraftstoffeinspritzkomponenten, Rasierklingen, Schneidwerkzeuge, Formel-1-Motorenteile
Hochenergiestrahlbehandlung

Konzentrierte Laser- oder Elektronenstrahlenergie ermöglicht präzise, selektive Oberflächenbehandlung — lokales Härten, Umschmelzen oder Legieren mit minimalem Wärmeeintrag und nahezu keiner Verformung.

Laserbehandlung(3)

Laserhärten (Umwandlungshärten)

Fokussierter Laserstrahl erhitzt die Oberflächenschicht schnell über die Austenitisierungstemperatur (aber unter den Schmelzpunkt), dann erzeugt Selbstabschreckung durch Substratwärmeableitung ultrafeinen Martensit. Präzise Mustersteuerung — Behandlung nur dort, wo erforderlich. Kein externes Abschreckmedium.

Zahnradflanken, Nockenerhebungen, Schneidkanten, Formoberflächen, Führungsbahnkanten

Laserumschmelzen

Laser schmilzt eine dünne Oberflächenschicht, die schnell erstarrt — verfeinert das Gefüge, homogenisiert die Zusammensetzung, beseitigt Oberflächenporosität und Mikrorisse in gegossenen oder gesinterten Werkstoffen. Erzeugt eine nanokristalline oder amorphe Oberfläche mit verbesserten Eigenschaften.

Gusseisen-Zylinderbohrungen, Werkzeugstahl-Schneidenverfeinerung, Sinterteil-Oberflächenverdichtung

Laserlegieren

Laser schmilzt gleichzeitig Oberfläche und Legierungselemente (vorgelegtes oder eingespritztes Pulver) — schnelles Mischen und Erstarren erzeugt eine Oberflächenschicht mit maßgeschneiderter Zusammensetzung und Eigenschaften, die durch Volumenlegieren allein nicht erreichbar sind.

Hochverschleiß-Werkzeuge, Titanlegierungs-Oberflächenhärtung für die Luftfahrt, korrosionsbeständige Oberfläche auf kostengünstigen Substraten

Elektronenstrahlbehandlung(2)

Elektronenstrahlhärten

Fokussierter Elektronenstrahl im Vakuum erhitzt die Oberfläche schnell — Selbstabschreckung erzeugt eine martensitische Randschicht. Hervorragende Energieeffizienz (80–90 %), präzise Energiekontrolle und tiefere Härtung (bis 2 mm) im Vergleich zum Laser. Vakuumumgebung verhindert Oxidation.

Automobil-Antriebsstrangkomponenten, Präzisionswerkzeuge, Ventilsitze, Lagerflächen

Elektronenstrahl-Umschmelzen

Hochenergetischer Elektronenstrahl schmilzt und erstarrt die Oberflächenschicht schnell — verfeinert das Gefüge im Vakuum. Hervorragend zur Verbesserung der Oberflächenqualität und -dichte von gegossenen, gesinterten oder thermisch gespritzten Werkstoffen.

Turbinenschaufel-Oberflächenverfeinerung, Medizinimplantat-Oberflächenmodifikation